Bittermandeln sind akut lebensgefährlich für Hunde — und übrigens auch für Menschen in größeren Mengen. Sie enthalten Amygdalin in extrem hoher Konzentration: Im Körper wird daraus Blausäure (Cyanid) freigesetzt, eines der schnellsten Gifte, die es gibt.
Faustregel: bereits 5 bis 10 Bittermandeln können einen mittelgroßen Doodle töten. Bei kleinen Hunden reichen oft schon 2 bis 3. Süßmandeln (die normalen Mandeln aus dem Backregal) sind dagegen unproblematisch — der Unterschied ist groß und entscheidend.
Wo Bittermandeln auftauchen: in der Backstube als Aroma-Geber, in selbstgemachtem Marzipan, in Amaretto-Likör, in Stollen, in manchen Pralinen. Bittermandelaroma in flüssiger Form ist besonders konzentriert. Auch Apothekentüten mit „Aprikosenkernen” als Wundermittel enthalten Amygdalin in ähnlich hoher Konzentration.
Symptome einer Blausäure-Vergiftung: Speichelfluss, Atemnot, hellrote Schleimhäute, Krämpfe, Bewusstlosigkeit. Treten innerhalb von Minuten auf. Das ist eine Minutenfrage, kein Stundenfrage.
Im Notfall: sofort in die nächste Tierklinik. Wenn möglich anrufen und sagen: „Verdacht auf Blausäure-Vergiftung.” Es gibt ein Antidot (Hydroxocobalamin), das aber innerhalb der ersten 30 bis 60 Minuten verabreicht werden muss.
Im Alltag: Bittermandeln gehören nicht in einen Hundehaushalt. Selbstgemachte Lebkuchen, Stollen oder Marzipan-Reste sicher entsorgen. Beim Backen aufpassen — heruntergefallene Mandeln vom Boden.
Wichtiger Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei konkretem Verdacht oder akuten Symptomen bitte direkt eine Tierarztpraxis oder einen Tierklinik-Notdienst kontaktieren.