Roher Fisch

Giftig

Roher Fisch — vor allem Lachs, Forelle und Karpfen — kann für Hunde gefährlich sein. Es geht hier weniger um direkte Toxizität als um Parasiten, Bakterien und Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 zerstört.

Salmon Poisoning Disease (SPD): ein Risiko vor allem bei rohem Pazifik-Lachs, aber auch bei anderen Salmoniden. Verantwortlich ist ein Bakterium namens Neorickettsia helminthoeca, das in einem Saugwurm im Fisch steckt. Die Krankheit ist tödlich, wenn nicht behandelt wird — und in Mitteleuropa weniger bekannt, kommt durch importierten Fisch aber vor.

Thiaminase: in rohem Karpfen, Hering, Sardine, Forelle. Das Enzym zerstört Vitamin B1 — bei regelmäßiger Fütterung führt das zu B1-Mangel mit Krampfanfällen, Schwäche, Bewegungsstörungen.

Anisakis-Würmer: in rohem Salzwasserfisch (Hering, Makrele) — Parasiten, die Magen-Darm-Probleme machen können.

Symptome SPD: hohes Fieber, Erbrechen, blutiger Durchfall, geschwollene Lymphknoten, Apathie. Treten 5 bis 7 Tage nach Verzehr ein. Ohne Behandlung verstirbt der Hund meist innerhalb von 14 Tagen.

Symptome Thiaminase-Mangel: Krampfanfälle, Schwäche, Koordinationsstörungen — entwickelt sich über Wochen.

Im Notfall: bei hohem Fieber und blutigem Durchfall nach Roh-Fisch sofort in die Tierklinik. SPD ist behandelbar mit Antibiotika und Wurmkur, aber nur wenn rechtzeitig erkannt.

Sichere Alternative: gegarter Fisch (Lachs, Sardinen, Kabeljau) ist gesund und gut verträglich. Beim BARFen rohen Fisch nur tieffrieren (mind. 1 Woche bei -20 °C) — das tötet die meisten Parasiten ab.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei konkretem Verdacht oder akuten Symptomen bitte direkt eine Tierarztpraxis oder einen Tierklinik-Notdienst kontaktieren.

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