Mein Hund hat kahle Stellen im Fell

12. Mai 2026·von Thorsten·3 Min Lesezeit

Du fährst mit der Hand über das Fell deines Hundes und spürst plötzlich nackte Haut. Vielleicht ist es nur ein kleiner Fleck am Bauch, vielleicht eine größere Stelle über den Schulterblättern. Kahle Stellen entstehen meistens nicht über Nacht — sie kündigen sich oft an, und sie können auf sehr unterschiedliche Ursachen hinweisen.

Mögliche Ursachen

Hinter kahlen Stellen können Hormon-Probleme, Parasiten, Infektionen oder Allergien stecken — die Ursachen sehen sich oft ähnlich.

  • Hypothyreose: Schilddrüsen-Unterfunktion ist eine der häufigsten Ursachen für symmetrischen Haar-Verlust beim erwachsenen Hund. Oft kombiniert mit Lethargie und Gewichtszunahme.
  • Demodikose: Eine Milbenerkrankung, vor allem bei Junghunden — beginnt mit kleinen kahlen Stellen, kann sich aber großflächig ausbreiten.
  • Sebadenitis: Die Talgdrüsen-Entzündung — ein typisches Doodle-Thema aus dem Pudel-Erbe — verursacht trockene Schuppen, Haarbruch und kahle Stellen.
  • Hot Spots: Akute, nässende Hautentzündungen führen zu plötzlichem, lokal begrenztem Haar-Verlust an der betroffenen Stelle.
  • Pyodermie: Bakterielle Hautinfektionen mit Pusteln und Krusten, oft Folge einer Atopie oder Verletzung — kahle Stellen entstehen durch Lecken und Entzündung.
  • Pilzbefall: Microsporum-Pilze (Hautpilz, „Ringworm“) verursachen typische kreisrunde kahle Stellen mit Schuppen am Rand.
  • Cushing-Syndrom: Hormonelles Ungleichgewicht der Nebennierenrinde — führt langsam zu großflächigem Haar-Verlust, oft symmetrisch.

Wann zum Tierarzt?

Zum Tierarzt innerhalb von ein bis zwei Wochen, weil eine sichere Diagnose ohne Untersuchung kaum möglich ist. Pilz, Milben, Hormone und Allergien sehen oft ähnlich aus, brauchen aber sehr unterschiedliche Behandlung. Schneller zum Termin, wenn die kahlen Stellen entzündet sind, nässen oder dein Hund sich sichtbar an ihnen kratzt. Bei der Untersuchung wird der Tierarzt meist ein Hautgeschabsel oder eine Pilzkultur anlegen, oft auch Blutwerte für Schilddrüse und Cushing-Diagnostik. Bei Doodles besonders auf Sebadenitis testen, weil das Pudel-Erbe dafür anfällig ist.

Was du beobachten und notieren solltest

Eine sichere Diagnose braucht oft ein paar konkrete Hinweise vom Halter. Bevor du den Termin machst, lohnt eine kurze Notiz mit den folgenden Antworten — sie hilft deinem Tierarzt, die richtige Spur schneller zu finden und überflüssige Tests zu vermeiden.

  • Wann hat es angefangen — vor Stunden, Tagen oder Wochen? Wenn möglich, genauer Zeitpunkt.
  • Wie oft tritt es auf — einmalig oder wiederholt? Gibt es einen Tagesrhythmus?
  • Welche Begleitsymptome siehst du (Apathie, Fieber, veränderter Appetit oder Durst, Atemfrequenz)?
  • Hat sich kurz davor etwas geändert (Futter, Spaziergangs-Strecke, neue Umgebung, Stress in der Familie, neue Medikamente)?
  • Hat dein Hund etwas Ungewöhnliches gefressen oder aufgenommen — auch unbeobachtet im Garten oder auf dem Spaziergang?
  • Hast du ein Foto oder kurzes Video vom Symptom (Stuhl, Hautstelle, Verhalten)? Das hilft dem Tierarzt oft erheblich bei der ersten Einschätzung.

Wichtiger Hinweis: Diese Liste zeigt nur die häufigsten Ursachen. Es gibt zahlreiche weitere Krankheiten, die ähnliche Symptome auslösen können. Eine sichere Diagnose stellt nur ein Tierarzt — bei anhaltenden oder akuten Symptomen suche bitte direkt eine Praxis oder Klinik auf. Gerade bei jungen Welpen, älteren Senioren und Hunden mit Vorerkrankungen sollten die Schwellen niedriger angesetzt werden als bei jungen, gesunden Erwachsenen — was beim einen abwartbar ist, kann beim anderen schon kritisch sein.

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