Mein Hund hat tränende Augen — was kann es sein?

12. Mai 2026·von Thorsten·3 Min Lesezeit

Die Augen deines Hundes tränen — manchmal seit ein paar Tagen, manchmal schon länger. Du siehst die feuchten Spuren auf dem Fell, manchmal eine rötliche Verfärbung. Tränende Augen sind beim Hund häufig, und die Ursachen reichen von harmlos bis behandlungsbedürftig. Bei Doodles spielt zusätzlich das Fell um die Augen eine Rolle — wenn es zu lang wird, reizt es die Hornhaut.

Mögliche Ursachen

Tränen entstehen entweder, weil das Auge mehr produziert als nötig, oder weil der Abfluss nicht funktioniert.

  • Lange Haare im Augenbereich: Bei Doodles, deren Fell um die Augen wächst, reibt das Haar auf der Hornhaut und reizt das Auge. Tränen sind die Reaktion. Lösung: alle paar Wochen die Augen-Partie nachkürzen.
  • Allergie: Atopische Dermatitis oder Futtermittelallergie kann sich auch an den Augen zeigen — tränen, leichte Rötung, manchmal Juckreiz.
  • Distichiasis: Fehlplatzierte Wimpern, die auf der Hornhaut reiben. Optisch nicht offensichtlich, aber für den Hund schmerzhaft.
  • Konjunktivitis (Bindehautentzündung): Bakterielle oder virale Infektion mit Rötung, Tränen und manchmal eitrigem Sekret.
  • Verstopfter Tränenkanal: Ein blockierter Tränenkanal kann zu Überlauf und chronischen rotbraunen Tränenstreifen führen — oft kosmetisch, selten medizinisch problematisch.
  • Fremdkörper im Auge: Ein Grashalm, ein Sandkorn oder eine Wimper im Auge löst plötzlich starke Tränen und Reiben mit der Pfote aus.
  • Glaukom: Grüner Star — eine Erhöhung des Augeninnendrucks — führt zu Tränen, geweiteter Pupille und sichtbarem Schmerz.

Wann zum Tierarzt?

Zum Tierarzt innerhalb von ein bis zwei Wochen bei chronisch tränenden Augen, weil die Ursache (Distichiasis, Allergie, Tränenkanal) sich nicht von selbst löst. Schneller bei akutem Tränen mit Rötung, Schmerz, Trübung der Hornhaut oder wenn dein Hund das Auge zukneift — das kann auf Glaukom oder Hornhautulkus hindeuten. Im Verdachtsfall geht das in den nächsten Stunden zur Klinik. Selbst kontrollierbar: alle paar Wochen die Augen-Partie deines Doodles vorsichtig nachkürzen, kleine Verschmutzungen mit einem feuchten Tuch abwischen. Wenn es nach zwei Wochen nicht besser ist, gehört es untersucht.

Was du beobachten und notieren solltest

Eine sichere Diagnose braucht oft ein paar konkrete Hinweise vom Halter. Bevor du den Termin machst, lohnt eine kurze Notiz mit den folgenden Antworten — sie hilft deinem Tierarzt, die richtige Spur schneller zu finden und überflüssige Tests zu vermeiden.

  • Wann hat es angefangen — vor Stunden, Tagen oder Wochen? Wenn möglich, genauer Zeitpunkt.
  • Wie oft tritt es auf — einmalig oder wiederholt? Gibt es einen Tagesrhythmus?
  • Welche Begleitsymptome siehst du (Apathie, Fieber, veränderter Appetit oder Durst, Atemfrequenz)?
  • Hat sich kurz davor etwas geändert (Futter, Spaziergangs-Strecke, neue Umgebung, Stress in der Familie, neue Medikamente)?
  • Hat dein Hund etwas Ungewöhnliches gefressen oder aufgenommen — auch unbeobachtet im Garten oder auf dem Spaziergang?
  • Hast du ein Foto oder kurzes Video vom Symptom (Stuhl, Hautstelle, Verhalten)? Das hilft dem Tierarzt oft erheblich bei der ersten Einschätzung.

Wichtiger Hinweis: Diese Liste zeigt nur die häufigsten Ursachen. Es gibt zahlreiche weitere Krankheiten, die ähnliche Symptome auslösen können. Eine sichere Diagnose stellt nur ein Tierarzt — bei anhaltenden oder akuten Symptomen suche bitte direkt eine Praxis oder Klinik auf. Gerade bei jungen Welpen, älteren Senioren und Hunden mit Vorerkrankungen sollten die Schwellen niedriger angesetzt werden als bei jungen, gesunden Erwachsenen — was beim einen abwartbar ist, kann beim anderen schon kritisch sein.

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