Mein Hund hat Durchfall — Ursachen und was du tun kannst

12. Mai 2026·von Thorsten·3 Min Lesezeit

Es ist Sonntagmorgen, du gehst mit deinem Hund in den Garten — und siehst die wässrige Pfütze, die er gerade hinterlassen hat. Durchfall ist eines der häufigsten Beschwerden, mit denen Tierarztpraxen konfrontiert werden. Meistens harmlos, manchmal ein ernstes Signal. Vor allem bei Welpen, älteren Hunden oder bei zusätzlichen Begleitsymptomen solltest du den Durchfall nicht abwarten.

Mögliche Ursachen

Durchfall hat viele Auslöser — von kurzfristigen Reaktionen auf neues Futter bis zu chronischen Krankheiten.

  • Futterumstellung: Wenn du das Futter zu schnell gewechselt hast oder neue Leckerli ausprobierst, reagiert der Darm oft mit ein bis zwei Tagen weichem Stuhl.
  • Stress: Eine neue Umgebung, ein Umzug, Besuch im Haus oder ein hochintensiver Tag können beim Hund Stress-Durchfall auslösen.
  • Giardien: Diese einzelligen Parasiten sind in fast jeder Welpenstube schon einmal aufgetreten. Sie äußern sich durch wechselnden, schaumig-schleimigen Durchfall.
  • Wurmbefall: Spulwürmer, Hakenwürmer oder Bandwürmer können Durchfall verursachen, besonders bei Welpen.
  • Futtermittelallergie: Reagiert dein Hund auf bestimmte Eiweißquellen wie Hühnchen oder Rind, kann sich das durch chronischen Durchfall zeigen.
  • IBD: Eine chronisch entzündliche Darmerkrankung führt zu wiederkehrendem Durchfall über Wochen oder Monate.
  • Parvovirose: Bei nicht oder unvollständig geimpften Welpen ist Parvo eine lebensbedrohliche Ursache für Durchfall — oft blutig.
  • Bakterielle Infektionen: Salmonellen, Campylobacter und andere bakterielle Erreger können akuten Durchfall auslösen.

Wann zum Tierarzt?

Sofort in die Klinik, wenn dein Welpe Durchfall mit Blut hat oder gleichzeitig apathisch wird — Parvo-Verdacht ist ein Notfall. Auch bei erwachsenen Hunden: blutiger oder schwarz-geteerter Stuhl, anhaltendes Erbrechen zusätzlich oder Anzeichen für Austrocknung (Hautfalte bleibt stehen, Zahnfleisch trocken) sind Klinik-Fälle. Zum Tierarzt innerhalb von 24 bis 48 Stunden, wenn der Durchfall nach zwei Tagen nicht besser wird oder dein Hund müde und schlapp wirkt. Bei einmaligem weichem Stuhl ohne Begleitsymptome kannst du erst Schonkost — gekochtes Hühnchen mit Reis — probieren und einen Tag abwarten.

Was du beobachten und notieren solltest

Eine sichere Diagnose braucht oft ein paar konkrete Hinweise vom Halter. Bevor du den Termin machst, lohnt eine kurze Notiz mit den folgenden Antworten — sie hilft deinem Tierarzt, die richtige Spur schneller zu finden und überflüssige Tests zu vermeiden.

  • Wann hat es angefangen — vor Stunden, Tagen oder Wochen? Wenn möglich, genauer Zeitpunkt.
  • Wie oft tritt es auf — einmalig oder wiederholt? Gibt es einen Tagesrhythmus?
  • Welche Begleitsymptome siehst du (Apathie, Fieber, veränderter Appetit oder Durst, Atemfrequenz)?
  • Hat sich kurz davor etwas geändert (Futter, Spaziergangs-Strecke, neue Umgebung, Stress in der Familie, neue Medikamente)?
  • Hat dein Hund etwas Ungewöhnliches gefressen oder aufgenommen — auch unbeobachtet im Garten oder auf dem Spaziergang?
  • Hast du ein Foto oder kurzes Video vom Symptom (Stuhl, Hautstelle, Verhalten)? Das hilft dem Tierarzt oft erheblich bei der ersten Einschätzung.

Wichtiger Hinweis: Diese Liste zeigt nur die häufigsten Ursachen. Es gibt zahlreiche weitere Krankheiten, die ähnliche Symptome auslösen können. Eine sichere Diagnose stellt nur ein Tierarzt — bei anhaltenden oder akuten Symptomen suche bitte direkt eine Praxis oder Klinik auf. Vor allem bei jungen Welpen, älteren Senioren und Hunden mit Vorerkrankungen sollten die Schwellen niedriger angesetzt werden als bei jungen, gesunden Erwachsenen — was beim einen abwartbar ist, kann beim anderen schon kritisch sein.

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