Mein Hund hat ein riechendes Ohr

Ohrenpflege-Utensilien, dahinter ein ruhig sitzender Doodle

Beim Schmusen fällt dir der Geruch auf — säuerlich, modrig, manchmal regelrecht stinkend. Aus dem Ohr deines Hundes. Ein riechendes Ohr ist fast immer ein Zeichen für eine Entzündung, und wenn du nichts machst, wird es schlimmer, nicht besser.

Mögliche Ursachen

Der Geruch sagt dem Tierarzt oft schon vor der Untersuchung, welche Art von Erreger im Spiel ist.

  • Otitis externa (bakterielle Form): Bakterien wuchern im warm-feuchten Ohrkanal und produzieren einen scharfen, säuerlichen Geruch.
  • Otitis externa (Hefe-Form): Malassezia-Hefen sind die zweite große Gruppe. Sie verursachen einen typisch süßlich-modrigen Geruch, oft mit braunem fettigem Sekret.
  • Fremdkörper im Ohr: Ein Grassamen oder Stachel im Gehörgang führt nach ein bis zwei Tagen zu Sekretbildung und Geruch.
  • Tumoren im Gehörgang: Bei Senior-Hunden kommen Tumoren im Ohr vor — sie können bluten und stinken.
  • Othämatom (Bluterguss im Ohr): Wenn der Hund stark schüttelt, können kleine Gefäße in der Ohrmuschel platzen — selbst kein Geruch, aber oft mit Otitis assoziiert.
  • Trommelfell-Ruptur: Bei chronisch unbehandelter Otitis kann das Trommelfell platzen — verändert den Geruch und führt zu Schmerzen.
  • Allergische Grundlage: Atopie oder Futtermittelallergie sind oft die unbehandelte Grundursache hinter wiederkehrenden Ohr-Geruchs-Themen.

Wann zum Tierarzt?

Zum Tierarzt innerhalb von zwei bis fünf Tagen, wenn das Ohr riecht. Otitis-Behandlungen brauchen meist Tropfen über zwei Wochen, oft mit Reinigung in der Praxis. Schneller bei einseitigem starkem Geruch (Fremdkörper-Verdacht) oder wenn dein Hund den Kopf schief hält (mögliche Mittelohr-Beteiligung). Was du nicht selbst tust: mit Reinigungsmitteln aus dem Internet experimentieren — manche sind bei beschädigtem Trommelfell schädlich. Eine seriöse Diagnose braucht oft einen Ohrabstrich für die Bakterien- und Hefe-Bestimmung, damit die richtigen Tropfen verschrieben werden können.

Wichtiger Hinweis: Diese Liste zeigt nur die häufigsten Ursachen. Es gibt zahlreiche weitere Krankheiten, die ähnliche Symptome auslösen können. Eine sichere Diagnose stellt nur ein Tierarzt — bei anhaltenden oder akuten Symptomen suche bitte direkt eine Praxis oder Klinik auf. Vor allem bei jungen Welpen, älteren Senioren und Hunden mit Vorerkrankungen sollten die Schwellen niedriger angesetzt werden als bei jungen, gesunden Erwachsenen — was beim einen abwartbar ist, kann beim anderen schon kritisch sein.

Über den Autor

Thorsten Stöckmann — Betreiber von Doodlewelt, Labradoodle-Halter (Laika, seit 2025). Kein Tierarzt: sorgfältig nach tierärztlichen Fachquellen recherchiert, ersetzt keine Diagnose. Mehr über Doodlewelt

Veröffentlicht am · Aktualisiert am

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