Glossar-Eintrag
Die Bioresonanz ist ein Verfahren der Alternativmedizin, das in den 1970er-Jahren in Deutschland entwickelt wurde und seither von Heilpraktikern und einzelnen naturheilkundlich orientierten Tierärzten angeboten wird. Die Grundannahme: Jede Zelle, jedes Allergen und jeder Krankheitserreger sende eine eigene elektromagnetische Schwingung aus, die sich über ein spezielles Gerät — etwa Bicom, Vega oder MORA — messen und teils auch gezielt „neutralisieren“ lasse.
Beim Hund wird Bioresonanz vor allem zur Allergiediagnose eingesetzt: Eine Probe (meistens Hundehaare oder Speichel) wird in das Gerät gelegt, am Ende erhält der Halter eine Liste mit angeblich unverträglichen Allergenen. Manche Anbieter ergänzen eine „Therapie“, bei der die unerwünschten Schwingungen umgekehrt zurück in den Hund gespielt werden sollen.
Wissenschaftlich ist das Verfahren nicht belegt. Doppelblinde Studien — etwa Lewith und Kollegen, BMJ 2001 — zeigen keinen Effekt über das Zufallsniveau hinaus. Deutsche allergologische Fachgesellschaften führen die Bioresonanz nicht in ihren Empfehlungen zur Allergiediagnostik. Für eine fundierte Diagnostik beim Hund gelten Eliminationsdiät, Intrakutantest und IgE-Bluttest als Goldstandard.
Beispiel
Eine Halterin bringt Hundehaare ihres juckenden Goldendoodles zum Heilpraktiker, das Bioresonanz-Gerät spuckt nach 30 Minuten eine Liste mit 18 angeblichen Unverträglichkeiten aus — von Huhn bis Birkenpollen. Beim späteren Intrakutantest reagiert der Hund klinisch nur auf zwei davon.
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