Dürfen Hunde Rettich essen?

~Neutral

Bedingt: Hunde dürfen Rettich in kleinen Mengen essen — wenige dünne Scheiben, besser gedünstet als roh. Rettich ist für Hunde nicht giftig, aber seine Senföle sind scharf und reizen Magen und Darm. Ein Hund, der eine halbe Rettichstange verputzt, bekommt Blähungen und oft Durchfall. Bei Hunden mit empfindlichem Magen lässt du ihn weg.

Rettich gehört zu den Kreuzblütlern, wie Kohl, Radieschen und Senf. Weißer Rettich (auch Bierrettich oder Daikon) ist milder, schwarzer Winterrettich schärfer. Die Schärfe kommt von Senfölglykosiden, die beim Kauen zu Senfölen werden — für Menschen ein Geschmacksreiz, für den Hund ein Reiz auf der Magenschleimhaut. Nährwerttechnisch bringt Rettich vor allem Wasser, etwas Vitamin C und Ballaststoffe; nichts davon fehlt einem Hund mit gutem Futter. Deshalb Ampel Neutral: unbedenklich in kleinen Mengen, aber ohne Nutzen, der mehr rechtfertigt.

Wie viel Rettich darf ein Hund essen?

Die Mengen sind vorsichtige Richtwerte für gesunde, erwachsene Hunde und beziehen sich auf weißen Rettich. Schwarzen Rettich gibst du roh gar nicht und gedünstet nur die Hälfte davon. Es geht um ein gelegentliches Stück vom Brett, nicht um eine feste Gemüseportion.

HundegewichtRettich pro PortionHinweis/Häufigkeit
5 kg1 dünne Scheibe (ca. 5 g), gedünstethöchstens 1× pro Woche; roh besser gar nicht
15 kg2–3 dünne Scheiben (ca. 15 g)1–2× pro Woche, roh nur 1 Scheibe
30 kg4–5 dünne Scheiben (ca. 30 g)1–2× pro Woche, roh nur 1–2 Scheiben

Zubereitung: gedünstet, geschält, ungewürzt

Rettich waschen, schälen und in dünne Scheiben oder kleine Würfel schneiden. Kurz dünsten — fünf bis zehn Minuten in wenig Wasser — nimmt einen Teil der Schärfe und macht ihn bekömmlicher; roh raspelst du höchstens eine Scheibe fein unters Futter. Kein Salz, kein Essig, kein Öl-Dressing, und der geschnittene Rettich aus der Biergarten-Vesper mit Salz und Schnittlauch ist nichts für den Hund. Reste halten sich im Kühlschrank ein bis zwei Tage. Welche Gemüsesorten sich besser als Rettich für den Napf eignen, zeigt dir die Ampel-Liste für Gemüse.

Risiken und Symptome

Zu viel Rettich zeigt sich innerhalb weniger Stunden: Blähungen, Bauchgrummeln, weicher Kot oder Durchfall, manchmal Erbrechen und Speicheln, weil die Senföle die Magenschleimhaut reizen. Das legt sich in der Regel mit einem Tag Schonkost von selbst. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, kommt Blut dazu oder frisst dein Hund nicht mehr, rufst du in der Praxis an. Ganz weglassen solltest du Rettich bei Hunden mit Gastritis, chronisch-entzündlicher Darmerkrankung oder starker Blähungsneigung. Ein Punkt für die Vollständigkeit: Kreuzblütler enthalten Stoffe, die in großen, regelmäßigen Mengen die Jodaufnahme der Schilddrüse beeinträchtigen können — bei ein paar Scheiben pro Woche spielt das keine Rolle, bei einem Hund mit Schilddrüsenunterfunktion sprichst du es trotzdem mit dem Tierarzt ab. Rettich als „Hausmittel“ gegen Husten oder Würmer, wie es manchmal empfohlen wird, hat beim Hund keine belegte Wirkung.

Für Welpen und Senioren

Welpen bekommen keinen Rettich: Ihr Darm ist empfindlich, die Schärfe stört ihn nur, und Durchfall trocknet einen kleinen Maltipoo- oder Cavapoo-Welpen schnell aus. Senioren haben häufiger einen empfindlichen Magen und bekommen, wenn überhaupt, eine gedünstete Scheibe — für einen älteren Labradoodle mit weichem Kot ist gedünstete Karotte oder Zucchini die entspanntere Wahl. Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei konkretem Verdacht oder akuten Symptomen bitte direkt eine Tierarztpraxis oder einen Tierklinik-Notdienst kontaktieren.

Rettich für Hunde: häufige Fragen

Ist Rettich für Hunde giftig?

Nein, Rettich ist für Hunde nicht giftig. Seine Senföle sind aber scharf und reizen Magen und Darm, deshalb bekommt dein Hund nur wenige dünne Scheiben — am besten gedünstet, weil das einen Teil der Schärfe nimmt. Größere Mengen führen zu Blähungen, Bauchgrummeln und Durchfall. Bei empfindlichem Magen oder Gastritis lässt du Rettich ganz weg.

Wie viel Rettich darf mein Hund essen?

Als Richtwert eine dünne Scheibe für einen 5-kg-Hund, zwei bis drei Scheiben für 15 kg und vier bis fünf Scheiben für 30 kg, höchstens ein- bis zweimal pro Woche und bevorzugt gedünstet. Roh gibst du nur ein Drittel davon, schwarzen Rettich wegen seiner Schärfe roh gar nicht. Rettich ist eine Beigabe, keine Gemüseportion.

Dürfen Hunde schwarzen Rettich essen?

Schwarzer Winterrettich ist deutlich schärfer als weißer Rettich und reizt den Magen entsprechend stärker. Roh solltest du ihn deinem Hund nicht geben; gedünstet und in einer kleinen Menge — etwa die Hälfte der Mengen für weißen Rettich — vertragen ihn die meisten gesunden Hunde. Ein Vorteil gegenüber weißem Rettich besteht nicht, also lässt du ihn im Zweifel weg.

Mein Hund hat viel Rettich gefressen — was tun?

Rechne in den nächsten Stunden mit Blähungen, weichem Kot oder Durchfall und eventuell Erbrechen. Stell Wasser bereit, lass die nächste Mahlzeit klein und leicht ausfallen und beobachte deinen Hund. Eine Vergiftung droht nicht. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, kommt Blut dazu oder wirkt dein Hund schlapp, rufst du in der Tierarztpraxis an.

Über den Autor

Thorsten Stöckmann — Betreiber von Doodlewelt, Labradoodle-Halter (Laika, seit 2025). Kein Tierarzt: sorgfältig nach tierärztlichen Fachquellen recherchiert, ersetzt keine Diagnose. Mehr über Doodlewelt

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