Bedingt: Hunde dürfen Tomaten essen — aber nur vollreife rote Früchte in kleinen Mengen, ohne Strunk und ohne Grün. Die reife Tomate ist für Hunde unbedenklich, alle grünen Teile der Pflanze dagegen nicht: Unreife Tomaten, Blätter und Stängel enthalten das Glykoalkaloid Tomatin, einen Verwandten des Solanins aus der Kartoffel, und können Magen-Darm-Beschwerden und Schwäche auslösen. Ketchup, Tomatensoße und gewürzte Dosentomaten bleiben wegen Salz, Zucker und Zwiebel ebenfalls tabu.
Die Tomate gehört zu den Nachtschattengewächsen wie Kartoffel, Paprika und Aubergine. Als Schutz vor Fraßfeinden bildet die Pflanze Glykoalkaloide, vor allem Tomatin, in Blättern, Stängeln und unreifen Früchten. Während die Frucht reift, baut sich der Gehalt so weit ab, dass die rote Tomate für Hunde als nicht giftig gilt. Übrig bleiben Wasser, etwas Zucker, Fruchtsäuren, Kalium, Vitamin C und der rote Farbstoff Lycopin — für den Hund nett, aber nichts, was er nicht auch aus seinem Futter bekommt. Die Ampel steht auf Neutral, weil die Frucht selbst harmlos ist, die Pflanze aber nicht, und weil die Säure bei empfindlichen Hunden auf den Magen schlägt.
Die Mengen in der Tabelle sind vorsichtige Richtwerte für gesunde, erwachsene Hunde und gelten für reife rote Tomaten ohne Strunk. Beim ersten Mal reicht ein einzelnes Stück, damit du siehst, ob dein Hund die Säure verträgt. Häufiger als ein- bis zweimal pro Woche muss es nicht sein.
| Hundegewicht | Reife Tomate pro Portion | Hinweis/Häufigkeit |
|---|---|---|
| 5 kg | 1 Cocktailtomate oder ein Viertel einer mittelgroßen Tomate (ca. 15–20 g) | höchstens 1–2× pro Woche, gewürfelt |
| 15 kg | eine halbe mittelgroße Tomate (ca. 40–50 g) | höchstens 2× pro Woche, am besten zum Futter |
| 30 kg | eine kleine bis mittelgroße Tomate (ca. 80–100 g) | höchstens 2× pro Woche, nicht bei empfindlichem Magen |
Kalorien sind bei Tomaten kein Thema — 100 g bringen rund 20 Kilokalorien. Der begrenzende Faktor ist die Säure: Mehr als die Mengen oben führt bei vielen Hunden zu weichem Kot oder Bauchgrummeln, ohne dass die Tomate dafür giftig sein müsste.
Nimm eine vollreife, durchgehend rote Tomate, wasch sie und schneide den Strunk und alle grünen oder gelblichen Stellen großzügig heraus. Der Stielansatz ist der Teil der Frucht mit dem höchsten Tomatingehalt und außerdem hart und schwer verdaulich. Dann würfelst du das Fruchtfleisch und gibst es roh oder kurz gedünstet zum Futter. Gekochte Tomate ist für den Hundedarm etwas leichter verdaulich; die Kerne und die Haut kannst du dranlassen, sie sind unbedenklich. Cocktail- und Kirschtomaten gibst du halbiert, weil kleine Hunde sie sonst im Ganzen schlucken. Die Regel „nur reif“ gilt auch für gelbe, orange und dunkle Sorten — entscheidend ist nicht die Farbe, sondern die Reife.
Was nicht in den Napf gehört: Ketchup enthält bis zu einem Viertel Zucker, dazu Salz, Essig und Gewürze. Tomatensoße und Sugo bringen fast immer Zwiebel, Knoblauch, Salz und Öl mit — Zwiebel und Knoblauch schädigen beim Hund die roten Blutkörperchen, auch gekocht. Dosentomaten sind nur dann eine Option, wenn die Zutatenliste ausschließlich Tomaten und Tomatensaft nennt; gewürzte, gesalzene oder mit Kräutern versetzte Varianten lässt du weg. Getrocknete Tomaten sind meist stark gesalzen oder in gewürztem Öl eingelegt. Eine Übersicht, welches Gemüse sich für den Hundenapf besser eignet, findest du in der Ampel-Liste Welches Gemüse dürfen Hunde essen?.
Bei reifen Tomaten in den genannten Mengen sind die Risiken klein: Die Säure kann bei empfindlichen Hunden Bauchgrummeln, weichen Kot oder Erbrechen auslösen, und Hunde mit Sodbrennen, Gastritis oder chronischen Magen-Darm-Erkrankungen vertragen sie oft schlecht. In diesen Fällen lässt du Tomaten weg und nimmst Gurke oder gekochte Karotte. Bei Hunden mit Nierenproblemen sprichst du wegen des Kaliums mit dem Tierarzt, bevor Tomaten regelmäßig in den Napf kommen.
Anders sieht es bei grünen Pflanzenteilen aus. Hat dein Hund eine grüne Tomate gefressen oder an Blättern und Stängeln gekaut, können innerhalb weniger Stunden Speicheln, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwäche und Apathie auftreten, bei größeren Mengen auch Taumeln, Verwirrtheit, erweiterte Pupillen und ein verlangsamter Herzschlag. Eine sichere Grenzmenge gibt es nicht; kleine Hunde und Welpen sind stärker gefährdet als ein 30-kg-Standard-Doodle, der ein einzelnes Blatt gefressen hat. Bei Symptomen oder bei einer größeren Menge rufst du sofort deine Tierarztpraxis oder den Giftnotruf für Tiere unter 030 / 19240 (24 Stunden) an, nennst Gewicht, Menge und Zeitpunkt und löst kein Erbrechen ohne Anweisung aus. Was bei einer Vergiftung in der Praxis passiert, liest du auf der Krankheitsseite.
Für die meisten Doodle-Halter ist die Pflanze das größere Thema als die Frucht. Junge Hunde kauen an allem, was grün ist, und ein Tomatenbeet mit herunterhängenden Trieben, abgefallenen grünen Früchten und ausgegeizten Seitentrieben auf dem Kompost ist eine Einladung. Die Tomatenpflanze enthält in allen grünen Teilen Tomatin, die Blätter riechen für viele Hunde interessant, und Geiztriebe liegen nach dem Ausgeizen oft tagelang herum. Zäune das Beet ab, hänge Balkontomaten außer Reichweite, wirf Geiztriebe und unreife Früchte in die verschlossene Biotonne statt auf den Komposthaufen, und sammle im Spätsommer heruntergefallene grüne Tomaten ab. Reife Früchte, die dein Hund direkt vom Strauch pflückt, sind unbedenklich — nur die Menge solltest du im Blick behalten, wenn er den Trick einmal gelernt hat.
Welpen brauchen keine Tomaten. Ihr Magen-Darm-Trakt reagiert auf Säure empfindlich, und ein Welpe hat vom neuen Futter genug zu verdauen. Wichtiger ist bei Welpen die Pflanze: Ein 4-kg-Cavapoo-Welpe, der im Garten an Tomatenblättern kaut, bekommt eine deutlich höhere Dosis je Kilogramm ab als ein erwachsener Hund. Sichere Beet und Balkon, bevor der Welpe einzieht, und gib ab etwa sechs Monaten höchstens ein kleines Stück reife Tomate zum Probieren.
Senioren vertragen Tomaten meist gut, solange der Magen mitspielt. Ältere Labradoodles und Goldendoodles mit Sodbrennen, Gastritis oder Nierenschwäche bekommen besser keine, ein gesunder Senior darf ein paar Würfel reife Tomate im Futter haben — sie liefern Flüssigkeit und ein wenig Abwechslung, ohne Kalorien mitzubringen. Beobachte nach den ersten Portionen Kot und Appetit, und sprich die Gabe ab, wenn dein Hund Medikamente bekommt oder chronisch krank ist. Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch.
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Wichtiger Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei konkretem Verdacht oder akuten Symptomen bitte direkt eine Tierarztpraxis oder einen Tierklinik-Notdienst kontaktieren.
Reife rote Tomaten nicht. Giftig sind die grünen Teile der Pflanze — Blätter, Stängel, Strunk und unreife Früchte —, weil sie das Glykoalkaloid Tomatin enthalten, einen Verwandten des Solanins. Beim Reifen baut sich der Gehalt so weit ab, dass die rote Frucht als unbedenklich gilt. Gib deshalb nur vollreife Tomaten ohne Strunk und Grün, in kleinen Mengen und nicht täglich.
Als Richtwert eine Cocktailtomate oder ein Viertel einer mittelgroßen Tomate für einen 5-kg-Hund, eine halbe Tomate für 15 kg und eine kleine bis mittelgroße Tomate für 30 kg — höchstens ein- bis zweimal pro Woche, gewürfelt und ohne Strunk. Beim ersten Mal gibst du nur ein Stück. Die Grenze setzt nicht das Gift, sondern die Säure, die bei zu viel weichen Kot und Bauchgrummeln verursacht.
Nein. Ketchup besteht bis zu einem Viertel aus Zucker und enthält Salz, Essig und Gewürze; Tomatensoße und Sugo bringen fast immer Zwiebel, Knoblauch, Salz und Öl mit, und Zwiebel und Knoblauch schädigen beim Hund die roten Blutkörperchen. Ein abgeleckter Klecks vom Teller schadet nicht, als Futterzutat kommt beides nicht in Frage. Dosentomaten nur, wenn die Zutatenliste ausschließlich Tomaten nennt.
Beobachte ihn auf Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Taumeln oder erweiterte Pupillen. Bei Symptomen, bei kleinen Hunden und Welpen oder bei einer größeren Menge rufst du sofort die Tierarztpraxis oder den Giftnotruf für Tiere unter 030 / 19240 an, nennst Gewicht, Menge und Zeitpunkt und löst kein Erbrechen ohne Anweisung aus. Ein einzelnes Blatt bei einem großen Hund verläuft meist harmlos, sicher ist die Nachfrage trotzdem.
Über den Autor
Thorsten Stöckmann — Betreiber von Doodlewelt, Labradoodle-Halter (Laika, seit 2025). Kein Tierarzt: sorgfältig nach tierärztlichen Fachquellen recherchiert, ersetzt keine Diagnose. Mehr über Doodlewelt
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