Ja: Hunde dürfen Wildfleisch essen. Reh und Hirsch sind mager, eiweißreich und für viele Hunde ein Novel Protein, das sich für die Ausschlussdiät eignet — roh oder gegart, ungewürzt. Als Richtwert passen 60 bis 450 g pro Tag je nach Gewicht als Fleischanteil der Ration. Eine Ausnahme ist nicht verhandelbar: Wildschwein bekommt dein Hund nur durchgegart, weil rohes Wildschweinfleisch das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus übertragen kann.
Unter Wildfleisch fallen Reh, Rot- und Damhirsch, Wildschwein, seltener Hase oder Wildgeflügel. Es ist dunkel, feinfaserig und liefert viel Eiweiß, Eisen, Zink und B-Vitamine bei wenig Fett. Für die Ampel zählt neben dem Nährwert der Sonderstatus: Die häufigsten Auslöser von Futtermittelallergien sind Rind, Milch, Huhn, Weizen und Lamm — Wild nennt das MSD Veterinary Manual ausdrücklich unter den seltenen Proteinen für Ausschlussdiäten. Wer sich Wild also für den Allergie-Fall aufheben will, verfüttert es vorher nicht als Alltagssnack.
Wild ersetzt in der Ration das Fleisch, das dein Hund sonst bekommt. Die Werte sind Richtwerte für den Fleischanteil bei gesunden, normalgewichtigen, erwachsenen Hunden; Gemüse, Kohlenhydrate, eine Fettquelle und Calcium kommen dazu.
| Hundegewicht | Wildfleisch pro Tag | Hinweis / Häufigkeit |
|---|---|---|
| 5 kg | ca. 60–100 g | auf zwei Mahlzeiten verteilt, etwas Öl ergänzen |
| 15 kg | ca. 180–280 g | täglich möglich als Fleischanteil oder im Wechsel |
| 30 kg | ca. 350–450 g | täglich als Fleischanteil, Wildschwein nur gegart |
Reh und Hirsch fütterst du wie Rind: gewürfelt oder gewolft, roh aus dem BARF-Shop oder tiefgekühlt vom Jäger, im Kühlschrank aufgetaut — oder kurz in ungesalzenem Wasser gegart, ohne Wacholder, Rotwein, Preiselbeeren oder Bratensoße. Wildschwein wird immer durchgegart, bis nichts mehr rosa ist; was für rohes Hausschwein gilt, gilt hier erst recht — mehr dazu unter rohes Schweinefleisch. Bei Fleisch direkt vom Jäger schneidest du den Bereich um die Schussstelle großzügig weg: Dort können Bleisplitter der Munition sitzen. Fertigfutter mit Wild für die Ausschlussdiät braucht eine Einzelprotein-Deklaration.
Das ernste Risiko heißt Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut): Das Virus ist laut Friedrich-Loeffler-Institut bei Wildschweinen in Deutschland verbreitet, vor allem im Osten, und Hunde stecken sich über rohes Wildschweinfleisch, Innereien oder Kontakt zu Wildschweinen an. Die Erkrankung beginnt mit Abgeschlagenheit und unstillbarem Juckreiz, oft mit Selbstverstümmelung und Krämpfen, und endet innerhalb weniger Tage immer tödlich — es gibt keine Behandlung und keine Impfung für Hunde. Deshalb: kein rohes Wildschwein, kein Aufbruch, keine Kauartikel aus rohem Wildschwein. Hinzu kommen Trichinen, winzige Muskelparasiten, die beim Wildschwein vorkommen können; Wildschweinfleisch muss in Deutschland vor dem Verzehr amtlich untersucht werden, Durchgaren macht die Larven ohnehin unschädlich. Bei allen Wildarten führt zu schnelle Umstellung zu weichem Kot. Wie eine Ausschlussdiät mit Wild sauber läuft, liest du unter Futtermittelallergie. Zeigt dein Hund nach Wildschweinkontakt Juckreiz, Unruhe oder Krämpfe, ist das ein Notfall.
Welpen brauchen Wild im Normalfall nicht — ein Welpenfutter mit ein bis zwei gängigen Proteinen ist die bessere Basis, und die seltenen Sorten hebst du für den Fall einer späteren Allergie auf, zu der Goldendoodles und Labradoodles neigen. Bekommt ein Welpe Wild, dann gegart und als Teil eines für das Wachstum vollwertigen Plans. Senioren profitieren vom mageren, leicht verdaulichen Eiweiß, wenn die Bauchspeicheldrüse empfindlich geworden ist; bei Nierenschwäche stimmst du die Eiweißmenge mit der Praxis ab. Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch.
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Wichtiger Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei konkretem Verdacht oder akuten Symptomen bitte direkt eine Tierarztpraxis oder einen Tierklinik-Notdienst kontaktieren.
Nein, niemals. Rohes Wildschweinfleisch, Innereien und Kauartikel daraus können das Aujeszky-Virus übertragen, das laut Friedrich-Loeffler-Institut bei Wildschweinen in Deutschland verbreitet ist. Für Hunde verläuft die Infektion innerhalb weniger Tage immer tödlich, es gibt weder Behandlung noch Impfung. Wildschwein bekommt dein Hund deshalb nur durchgegart, bis nichts mehr rosa ist. Reh und Hirsch dürfen dagegen roh gefüttert werden.
Ja, wenn dein Hund es noch nie bekommen hat. Reh und Hirsch gehören zu den seltenen Proteinen, die das MSD Veterinary Manual für Ausschlussdiäten nennt, weil die meisten Allergien gegen Rind, Milch, Huhn, Weizen oder Lamm bestehen. Die Diät läuft mindestens acht bis zehn Wochen nur mit Wild plus einer Kohlenhydratquelle, ohne andere Leckerlis. Wer Wild vorher als Snack verfüttert, verspielt diesen Vorteil.
Als Richtwert für den Fleischanteil der Ration etwa 60–100 g bei 5 kg, 180–280 g bei 15 kg und 350–450 g bei 30 kg Körpergewicht, auf zwei Mahlzeiten verteilt und ergänzt um Gemüse, Kohlenhydrate und eine Calciumquelle. Weil Wild sehr mager ist, ergänzt du bei dauerhafter Fütterung eine Fettquelle wie Lachs- oder Leinöl. Neue Fleischsorten führst du über eine Woche ein.
Auf drei Dinge: Wildschwein nur durchgegart und amtlich auf Trichinen untersucht, den Bereich um die Schussstelle großzügig wegschneiden, weil dort Bleisplitter der Munition sitzen können, und das Fleisch wie jedes Rohfleisch hygienisch behandeln — eigenes Brett, heißes Wasser, Napf sofort reinigen. Rohes Reh und Hirsch sind unproblematisch, wenn sie frisch verarbeitet oder tiefgekühlt wurden.
Über den Autor
Thorsten Stöckmann — Betreiber von Doodlewelt, Labradoodle-Halter (Laika, seit 2025). Kein Tierarzt: sorgfältig nach tierärztlichen Fachquellen recherchiert, ersetzt keine Diagnose. Mehr über Doodlewelt
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