Rassen-Portrait

Aussiedoodle

Der Aussiedoodle (auch Aussiepoo) ist eine Mischung aus Australian Shepherd und Pudel. Er gilt als einer der intelligentesten Doodle-Vertreter, ist sehr energisch, lernfreudig und braucht aktive Halter mit Erfahrung — kein Anfängerhund, aber ein begeisternder Familien- und Sporthund.
Elternrasse: Australian ShepherdElternrasse: PudelFell: FleeceFell: WolleAllergiker: Bedingt geeignetAktivität: Sehr hochAnfänger: Nein
Aussiedoodle
Cleverer Sportler
Herkunft

USA

Gezüchtet seit

2000

Fellfarben

Blue Merle, Red Merle, Black/Tri, Red/Tri, Phantom, Schwarz

Anfängertauglich

Nein

Größenvarianten.

Diese Rasse gibt es in mehreren Größen — abhängig von der eingekreuzten Pudel-Linie. Charakter und Pflege sind weitgehend identisch; Bewegungsbedarf, Platz und Kosten skalieren mit.

GrößePudel-LinieSchulterhöheGewichtLebenserwartungBewegungWelpen-PreisVerfügbarkeit
MiniZwergpudel30–38 cm5–11 kg12–15 Jahre90–120 min2.500–3.500 €Mittel
MediumKleinpudel38–48 cm11–20 kg12–14 Jahre120–150 min2.700–3.800 €Mittel
StandardGroßpudel48–58 cm20–32 kg10–13 Jahre150–180 min3.000–4.000 €Gut

Herkunft & Geschichte

Erste gezielte Verpaarungen zwischen Australian Shepherd und Pudel gab es in den USA um die Jahrtausendwende. Ziel war ein Hund mit der herausragenden Intelligenz und Arbeitsfreude des Aussies, kombiniert mit dem allergikerfreundlichen Pudelfell.

Die Rasse ist in Nordamerika weit verbreitet, in Deutschland aber noch selten — die wenigen Züchter sind oft auf bestimmte Linien spezialisiert.

Achtung: Die Merle-Färbung kann bei zwei Merle-Elterntieren zu schweren Gesundheitsproblemen (Taubheit, Blindheit) führen — verantwortungsvolle Züchter verpaaren niemals Merle × Merle.

Wesen & Charakter

Aussiedoodles sind extrem intelligent, aufmerksam und arbeitsfreudig. Sie haben den hohen Bewegungs- und Arbeitsdrang des Australian Shepherd geerbt — Unterforderung führt schnell zu Verhaltensauffälligkeiten.

Sie sind sehr menschenbezogen, manchmal zu eng gebunden an eine Bezugsperson. Fremden gegenüber zeigen sie sich oft zurückhaltend bis wachsam — anders als die typisch „freundlich-zu-allen“-Doodles.

Ihre hohe Intelligenz macht sie schnell zum „Familienclown“, der Tricks lernt, Türen öffnet und gerne Aufgaben übernimmt — aber auch zum potenziellen „Hütemeister“, der Kinder und andere Tiere zusammentreiben will.

Fellpflege

Das Fell ist meist wellig bis lockig, mittellang. Es haart wenig, neigt aber zum Verfilzen — besonders bei den Merle-Färbungen, wo das Fell oft besonders fein ist.

Tägliche Pflege: 5–10 Min Bürsten.

Profischur: Alle 8–12 Wochen, ca. 60–100 €.

Augenpartie: Regelmäßig vorsichtig kürzen.

Erziehung

Aussiedoodles sind hochintelligent und lernen extrem schnell — sowohl Erwünschtes als auch Unerwünschtes. Sie brauchen klare Strukturen, abwechslungsreiches Training und vor allem geistige Auslastung.

Wichtig in den ersten Monaten: Frühe Sozialisierung mit Menschen, Hunden, Geräuschen, Umgebungen. Welpenkurs Pflicht.

Beschäftigung: Mindestens 2 Stunden tägliche Bewegung plus Kopfarbeit (Such-Spiele, Tricks, Hundesport). Ohne Aufgaben werden sie schnell „erfinderisch“ und entwickeln Problemverhalten.

Hundesport: Ideal für Agility, Flyball, Treibball, Mantrailing, Frisbee.

Gesundheit

Als Hybridrasse profitieren Aussiedoodles vom Heterosis-Effekt. Trotzdem treten rassetypische Erkrankungen auf:

Vom Aussie: MDR1-Mutation (Medikamentenunverträglichkeit), HD, ED, Augenerkrankungen (CEA, PRA), Epilepsie.

Vom Pudel: Patellaluxation, Hypothyreose, von Willebrand-Krankheit.

Bei Merle-Färbung: Bei doppelter Merle-Verpaarung (Merle × Merle) drohen Taubheit und Blindheit — solche Würfe sind unethisch.

Seriöse Züchter testen Elterntiere auf MDR1, HD/ED, CEA/PRA und vermeiden Merle × Merle Verpaarungen strikt.

Für wen eignet sich der Aussiedoodle?

Familien: Geeignet für aktive Familien mit erfahrenem Hundewissen — nicht für ruhige Haushalte.

Singles & Paare: Ideal für sportliche, hundeerfahrene Menschen.

Senioren: Nicht empfohlen — zu energisch und arbeitsbedürftig.

Kinder: Ab Schulalter, mit Vorsicht — Hütetrieb kann zu „Anpicken“ der Kinder führen, muss früh weg-trainiert werden.

Andere Tiere: Verträglich bei früher Sozialisierung, kann aber Hütetrieb gegenüber Katzen zeigen.

Stadt vs. Land: Land oder Stadtrand klar bevorzugt. In der Großstadt nur mit sehr aktivem Halter.

Ernährung beim Aussiedoodle

Hochwertiges, energiereiches Futter ist wichtig — Aussiedoodles haben einen hohen Energiebedarf. Welpen erhalten Junior-Futter bis 12–18 Monate.

Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag, je nach Aktivität. Bei intensivem Hundesport ggf. Sportlerfutter.

Wichtig: Aussiedoodles können die MDR1-Genmutation (vom Aussie) tragen, die Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Medikamenten verursacht. Vor jeder medikamentösen Behandlung den Tierarzt informieren.

F1, F1b, Multigen beim Aussiedoodle

F1: 50 % Aussie, 50 % Pudel. Größte genetische Vielfalt, oft sehr aussie-typisches Wesen.

F1b: F1 × Pudel (75 % Pudel). Pudelähnlicheres Fell, ruhiger im Wesen.

F2: F1 × F1. Eigenschaften variieren stark.

Multigen: Ab 3. Generation. Verlässlichere Merkmale.

Aussiedoodle-Farben: Red Merle, Blue Merle, Tri — und das Merle-Risiko (MDR1/Doppel-Merle)

Kaum eine Doodle-Rasse ist farblich so vielfältig wie der Aussiedoodle. Die typischen Varianten kommen vom Australian Shepherd: Blue Merle (grau-schwarz marmoriert), Red Merle (rot-beige marmoriert), Black Tri und Red Tri (Grundfarbe mit weißen und kupferfarbenen Abzeichen), dazu Phantom und einfarbig Schwarz. Im welligen oder lockigen Doodle-Fell wirkt die Merle-Marmorierung weicher und weniger scharf gezeichnet als beim glatthaarigen Aussie; bei F1b-Hunden mit hohem Pudel-Anteil verblasst sie oft weiter.

Das Merle-Risiko: Merle ist kein Farbton, sondern ein Gen, das Pigment stellenweise aufhellt. Ein Hund mit einer Kopie (Merle × Nicht-Merle) ist gesund. Werden zwei Merle-Träger verpaart, erbt statistisch jeder vierte Welpe das Gen doppelt — diese „Doppel-Merle“ sind meist überwiegend weiß und haben ein hohes Risiko für Taubheit und schwere Augenfehlbildungen. Seriöse Züchter verpaaren deshalb niemals Merle × Merle und lassen Elterntiere gentechnisch auf verdecktes Merle testen, weil das Muster im Fell nicht immer sichtbar ist.

Davon zu trennen ist MDR1: Die MDR1-Mutation hat nichts mit der Fellfarbe zu tun, kommt aber ebenfalls vom Australian Shepherd. Betroffene Hunde vertragen bestimmte Wirkstoffe (etwa einige Wurmmittel, Durchfall- und Beruhigungsmittel) nicht. Ein Gentest der Elterntiere zeigt, ob ein Welpe frei, Träger oder betroffen ist — das Ergebnis gehört in den Heimtierausweis und zu jeder Tierarztpraxis, die den Hund behandelt.

Aussiedoodle Erfahrungen: Auslastung im Alltag

Wer vom Aussiedoodle einen „Doodle mit hübschem Fell“ erwartet, wird im Alltag schnell korrigiert: Der Hütehund-Anteil dominiert. Typisch sind mindestens 2 Stunden Bewegung plus 30–60 Minuten Kopfarbeit am Tag — auch beim Mini (30–38 cm, 5–11 kg), der genauso arbeitsfreudig ist wie Medium (38–48 cm) und Standard (48–58 cm). Was sich bewährt: abwechslungsreiche Spaziergänge statt Dauerbällchen, Nasenarbeit, Tricktraining und ein bis zwei Einheiten Hundesport pro Woche (Mantrailing, Agility, Treibball).

Genauso wichtig wie Auslastung ist das Gegenteil: Ruhe lernen. Aussiedoodles drehen bei zu vielen Reizen auf, statt müde zu werden — feste Ruhezeiten und ein reizarmer Liegeplatz sind Pflicht, sonst entsteht ein Hund, der nie abschaltet. Hütetrieb zeigt sich im Alltag als Umkreisen von Kindern, Fixieren von Joggern und Radfahrern oder „Zusammentreiben“ anderer Hunde; das muss ab dem Welpenalter umgelenkt werden. Fremden gegenüber sind Aussiedoodles oft reservierter als andere Doodles — Sozialisierung in den ersten 16 Wochen ist entscheidend.

Warnzeichen für Unterforderung: Bellen, Möbel zerlegen, Schatten- oder Lichtreflexe jagen, Unruhe im Haus. Eine Wohnung ist möglich, aber nur mit sehr aktivem Halter; Haus mit Garten und ländliche Umgebung sind klar im Vorteil. Grundlagen: Wie viel Bewegung braucht ein Doodle? und Hundesport mit Doodle.

Aussiedoodle Welpen: Preis & Züchter

Bei seriösen Züchtern kosten Aussiedoodle-Welpen 2.500–4.000 €: Mini 2.500–3.500 €, Medium 2.700–3.800 €, Standard 3.000–4.000 €. Die Rasse ist in Deutschland selten; viele Linien stammen aus den USA, Wartezeiten sind üblich. Diese Nachweise sollte der Züchter für beide Elterntiere unaufgefordert vorlegen:

  • Gentest MDR1 — Ergebnis beider Eltern, damit du den Status deines Welpen kennst.
  • HD- und ED-Auswertung, Augenuntersuchung sowie Gentests auf CEA und PRA.
  • Merle-Gentest und nachweislich keine Merle-×-Merle-Verpaarung — „Doppel-Merle“-Welpen mit viel Weiß sind ein Alarmsignal.
  • Welpen im Haus aufgezogen, Elterntiere kennenzulernen, Abgabe ab 8 Wochen, geimpft, gechippt, entwurmt, mit Vertrag.
  • Ehrliche Beratung: Ein seriöser Züchter rät Erstbesitzern und ruhigen Haushalten vom Aussiedoodle ab.

Mehr: Seriöse Doodle-Züchter erkennen, Welpenbesichtigung: die Checkliste, Hub Züchter. Gesundheitsangaben sind allgemeines Grundwissen und ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Stand: August 2026

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Ratgeber zum Aussiedoodle

Vorteile

  • Extrem intelligent — lernt komplexe Tricks und Aufgaben in Rekordzeit
  • Hervorragender Hundesport-Partner (Agility, Flyball, Treibball)
  • Wenig haarend — bedingt allergikerfreundlich
  • Sehr menschenbezogen und loyal
  • Drei Größen verfügbar
  • Ausgesprochen schöne Fellfarben (Merle, Tri-Color)

Nachteile

  • Sehr hoher Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf — kein Hund für ruhige Haushalte
  • Hütetrieb kann problematisch werden (Kinder anpicken, Joggen hinterherhetzen)
  • Nicht anfängertauglich — braucht erfahrene Halter
  • Risiko der MDR1-Genmutation — Medikamentengabe ist heikel
  • Bei unsauberer Zucht (Merle × Merle) schwere Gesundheitsprobleme
  • In Deutschland selten — wenige seriöse Züchter

FAQ

Häufige Fragen.

Ist ein Aussiedoodle anfängertauglich?+

Nein. Aussiedoodles brauchen erfahrene, sportliche Halter, die mit Hütehund-Temperament und hoher Intelligenz umgehen können. Für Erstbesitzer ist die Rasse meist überfordernd.

Was ist die MDR1-Mutation?+

Eine vom Aussie geerbte Genmutation, die Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten (z. B. einigen Wurmkuren, Beruhigungsmitteln) verursacht. Vor jeder Behandlung den Tierarzt informieren. Seriöse Züchter testen die Elterntiere.

Was kostet ein Aussiedoodle?+

Bei seriösen Züchtern liegt der Welpenpreis zwischen 2.500 € und 4.000 €. Multigen-Linien tendenziell teurer.

Wie viel Bewegung braucht ein Aussiedoodle?+

Mindestens 2 Stunden täglich aktive Bewegung plus 30–60 Minuten geistige Auslastung. Ideal sind Hundesport, Tricktraining oder Mantrailing.

Können Aussiedoodles in der Wohnung leben?+

Theoretisch ja, in der Praxis schwierig. Aussiedoodles brauchen viel Platz und Bewegung — ein Haus mit Garten und ländliche Umgebung sind klar im Vorteil.

Seriöse Zuchtverbände

Wo seriöse Welpen finden.

  • Aussiedoodle Club International
  • Verein Doodle Deutschland e. V.

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