Rassen-Portrait
Diese Rasse gibt es in mehreren Größen — abhängig von der eingekreuzten Pudel-Linie. Charakter und Pflege sind weitgehend identisch; Bewegungsbedarf, Platz und Kosten skalieren mit.
| Größe | Pudel-Linie | Schulterhöhe | Gewicht | Lebenserwartung | Bewegung | Welpen-Preis | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mini | Zwergpudel | 35–43 cm | 8–13 kg | 13–16 Jahre | 90–120 min | 2.000–3.000 € | Gut |
| Medium | Kleinpudel | 43–53 cm | 13–22 kg | 12–15 Jahre | 120–180 min | 2.200–3.300 € | Gut |
| Standard | Großpudel | 53–63 cm | 22–32 kg | 11–14 Jahre | 150–210 min | 2.500–3.500 € | Gut |
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Bordoodles sind eine relativ junge Doodle-Rasse — erste gezielte Verpaarungen gab es um 2010 in den USA. Ziel war ein hochintelligenter Familien- und Sporthund mit reduziertem Haarwechsel.
Die Rasse ist in Nordamerika und Großbritannien beliebt, in Deutschland aber sehr selten. Wenige seriöse Züchter, die meisten Welpen werden importiert.
Achtung: Border Collies sind Hütehunde mit extremem Arbeitsdrang. Auch Bordoodles erben oft diesen Drang — sie sind absolut keine Couch-Potatoes.
Bordoodles sind extrem intelligent, aufmerksam und arbeitsfreudig. Sie haben den Hütetrieb und das hohe Energieniveau des Border Collies geerbt — Unterforderung führt schnell zu erheblichen Verhaltensauffälligkeiten.
Sie sind sehr menschenbezogen und loyal, oft zu eng gebunden an eine Bezugsperson. Fremden gegenüber zeigen sie sich meist freundlich, aber vorsichtig.
Bordoodles brauchen Aufgaben — sie sind Hunde, die man „beschäftigen“ muss. Tricks lernen, Such-Spiele, Hundesport, Hütearbeit (sofern möglich) sind nicht optional, sondern Pflicht.
Das Fell ist meist wellig bis lockig, mittellang. Es haart wenig, neigt aber zum Verfilzen.
Tägliche Pflege: 10 Min Bürsten.
Profischur: Alle 8–10 Wochen, ca. 60–90 €.
Augenpartie: Regelmäßig vorsichtig kürzen.
Bordoodles sind hochintelligent und lernen extrem schnell — zu schnell, sagen manche. Sie analysieren ständig die Umgebung und ihre Menschen, was Erziehung anspruchsvoll macht.
Wichtig in den ersten Monaten: Frühe Sozialisierung mit Menschen, Hunden, Geräuschen, Umgebungen. Welpenkurs Pflicht.
Beschäftigung: Mindestens 2–3 Stunden tägliche Bewegung plus 60+ Minuten Kopfarbeit. Tricks, Such-Spiele, Mantrailing, Agility, Treibball — Bordoodles brauchen Aufgaben.
Achtung: Reizüberflutung vermeiden! Bordoodles können „überdrehen“ — Ruhepausen bewusst trainieren, sonst entwickeln sie Stress-Verhalten.
Als Hybridrasse profitieren Bordoodles vom Heterosis-Effekt. Trotzdem treten rassetypische Erkrankungen auf:
Vom Border Collie: MDR1-Mutation, Hüftgelenksdysplasie (HD), Collie Eye Anomaly (CEA), Epilepsie, Trapped Neutrophil Syndrome (TNS).
Vom Pudel: Progressive Retinaatrophie (PRA), Patellaluxation, von Willebrand-Krankheit.
Lebenserwartung: 12–15 Jahre.
Seriöse Züchter testen Elterntiere auf MDR1, HD, CEA, PRA und TNS. Diese Tests sind beim Bordoodle besonders wichtig.
Familien: Nur für aktive, hundeerfahrene Familien — nicht für ruhige Haushalte.
Singles & Paare: Ideal für sportliche, hundeerfahrene Menschen mit viel Zeit.
Senioren: Nicht empfohlen — zu energisch und arbeitsbedürftig.
Kinder: Ab Schulalter mit Vorsicht — Hütetrieb kann zu „Anpicken“ der Kinder führen, muss früh weg-trainiert werden.
Andere Tiere: Verträglich bei früher Sozialisierung; Hütetrieb gegenüber Katzen oder Kleintieren möglich.
Stadt vs. Land: Land klar bevorzugt. In der Stadt nur mit sehr aktivem Halter.
Hochwertiges, energiereiches Futter — Bordoodles haben einen sehr hohen Energiebedarf. Bei intensivem Hundesport ggf. Sportlerfutter.
Welpen erhalten Junior-Futter bis 12–18 Monate. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag.
Achtung: Border Collies können die MDR1-Genmutation tragen — vor jeder medikamentösen Behandlung den Tierarzt informieren.
F1: 50 % Border Collie, 50 % Pudel. Oft sehr collie-typisches Wesen.
F1b: F1 × Pudel (75 % Pudel). Etwas ruhiger, pudelähnlicheres Fell.
Multigen: Ab 3. Generation, verlässlichere Eigenschaften — sehr selten.
Der Mini Bordoodle entsteht aus der Verpaarung mit einem Zwergpudel und erreicht 35–43 cm Schulterhöhe und 8–13 kg. Damit ist er die kompakteste Variante — neben Medium (43–53 cm, 13–22 kg, Kleinpudel) und Standard (53–63 cm, 22–32 kg, Großpudel). Lebenserwartung 13–16 Jahre, Welpenpreis 2.000–3.000 €, laufende Kosten 90–130 € im Monat.
Die Größe ändert nichts am Anspruch: Auch ein Mini Bordoodle braucht 90–120 Minuten Bewegung und tägliche Kopfarbeit, hat denselben Hütetrieb und dieselbe Reizempfindlichkeit wie die großen Varianten. Wer „Border-Collie-Intelligenz im Wohnungsformat“ sucht, bekommt genau das — inklusive der Arbeit, die damit verbunden ist. Ein ruhiger kleiner Begleithund ist der Mini Bordoodle nicht; dafür eignen sich Cavapoo oder Maltipoo besser.
Der Hütetrieb des Border Collies ist kein Training, sondern Veranlagung — und er bleibt beim Bordoodle oft voll erhalten. Im Alltag zeigt er sich so: Fixieren von Bewegungen (Jogger, Radfahrer, Autos, Vögel), Umkreisen und Zusammentreiben von spielenden Kindern oder anderen Hunden, „Anpicken“ an Fersen und Waden, Hinterherhetzen, und bei Unterforderung Ersatzhandlungen wie Schatten- oder Lichtreflex-Jagen und Dauerbellen. Nichts davon ist Bosheit; es ist ein Arbeitsprogramm ohne Arbeit.
Was im Alltag hilft: Aufgaben statt nur Auslauf — mindestens 2–3 Stunden Bewegung plus 60 Minuten Kopfarbeit, verteilt auf Nasenarbeit, Tricktraining, Obedience, Treibball oder Mantrailing. Impulskontrolle von Anfang an: Sitz und Blickkontakt, bevor etwas Spannendes passiert; Rückruf als Dauerthema (Rückruf trainieren). Ruhe einfordern statt hoffen: Bordoodles überdrehen bei Reizüberflutung, feste Ruhezeiten und ein reizarmer Liegeplatz sind Pflicht. Und: Kinder lernen, nicht vor dem Hund wegzurennen; der Hund lernt, dass Kinder keine Herde sind — Hund + Kinder.
Fremden gegenüber ist der Bordoodle freundlich, aber beobachtend; an eine Bezugsperson bindet er sich oft sehr eng. Wer ihm Aufgaben gibt, bekommt einen außergewöhnlich lernfähigen, loyalen Partner. Wer das nicht kann, bekommt einen unglücklichen Hund — deshalb ist der Bordoodle kein Anfängerhund.
Bordoodles werden in Deutschland nur von sehr wenigen Züchtern gezogen; viele Welpen stammen aus Großbritannien oder den USA, und bei der Suche nach Bundesland — etwa Bayern oder Nordrhein-Westfalen — findest du oft nur vereinzelte Würfe mit Wartelisten. Das macht die Prüfung umso wichtiger, weil Seltenheit Vermehrer anzieht. Bei seriösen Züchtern kosten Welpen 2.000–3.500 € (Mini 2.000–3.000 €, Medium 2.200–3.300 €, Standard 2.500–3.500 €). Achte auf:
Vertiefung: Seriöse Doodle-Züchter erkennen, Welpenbesichtigung: die Checkliste, Hub Züchter. Gesundheitsangaben sind allgemeines Grundwissen und ersetzen keinen Tierarztbesuch.
Stand: August 2026
Gesundheit
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FAQ
Nein, definitiv nicht. Bordoodles brauchen extrem aktive, hundeerfahrene Halter mit Wissen über Hütehunde. Für Erstbesitzer ist diese Rasse fast immer überfordernd.
Mindestens 2–3 Stunden täglich aktive Bewegung plus 60+ Minuten geistige Auslastung. Hundesport oder Hütearbeit fast immer notwendig.
Bei seriösen Züchtern: 2.000 € bis 3.500 €. In Deutschland kaum verfügbar — viele Welpen werden importiert.
Theoretisch möglich, in der Praxis problematisch. Bordoodles brauchen Platz, Auslauf und Aufgaben — ein Haus mit Garten und ländliche Umgebung sind klar im Vorteil.
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