Dürfen Hunde Amaranth essen?

Gesund

Ja: Hunde dürfen Amaranth essen — gekocht und abgekühlt als Kohlenhydratbeilage oder gepoppt und ungesüßt als Topping. Das glutenfreie Pseudogetreide liefert Eiweiß, Eisen und Kalzium und wird gut vertragen. Die Kernregeln: nie roh, weil die harten Körner unverdaut durchwandern und Saponine auf der Schale den Magen reizen; ohne Salz, Zucker oder Gewürze; und in einer Menge, die zum Gewicht passt — ein bis acht Esslöffel gekocht je nach Größe.

Amaranth ist kein Getreide, sondern das Korn eines Fuchsschwanzgewächses. Die senfkorngroßen Samen enthalten roh rund 14 g Eiweiß je 100 g mit einem für Pflanzen ungewöhnlich hohen Anteil der Aminosäure Lysin, dazu etwa 7,6 mg Eisen, 159 mg Kalzium und 248 mg Magnesium. Gekocht nimmt das Korn das Dreifache an Wasser auf, sodass 100 g fertiger Amaranth noch etwa 4 g Eiweiß, 2 mg Eisen und 47 mg Kalzium liefern — mehr als Reis, in der Größenordnung von Hirse. Wichtig für den Hund: Amaranth enthält kein Gluten und kein Weizeneiweiß, das viele Doodles mit empfindlicher Verdauung schlecht vertragen. Gekochte Stärke verdauen Hunde mit über 90 Prozent Effizienz, brauchen aber als erwachsene Tiere keine Kohlenhydrate zum Überleben — Amaranth ist deshalb eine gute Energie- und Nährstoffquelle in einer selbst gekochten Ration, kein Muss. Die Ampel steht auf Gesund, weil das Korn gut verträglich ist, mehr Nährstoffe als die üblichen Beilagen mitbringt und kaum Risiken hat, solange es gekocht ist.

Wie viel Amaranth darf ein Hund essen?

Die Mengen in der Tabelle sind Richtwerte für gesunde, erwachsene Hunde, die Amaranth als Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit bekommen — nicht als Zusatz obendrauf. In einer selbst gekochten Ration macht der Kohlenhydratanteil grob ein Fünftel bis ein Drittel aus; der Rest ist Fleisch oder Fisch, Gemüse, Öl und Mineralstoffe. Beim ersten Mal reicht die Hälfte, damit du siehst, wie Magen und Kot reagieren.

HundegewichtAmaranth gekocht pro MahlzeitHinweis/Häufigkeit
5 kg1–2 Esslöffel (ca. 15–30 g)als Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit, bis zu 3–4× pro Woche
15 kg3–4 Esslöffel (ca. 50–60 g)als Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit, im Wechsel mit Reis, Hirse oder Kartoffel
30 kg5–8 Esslöffel (ca. 80–120 g)als Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit, Hauptfutter entsprechend reduzieren

Gepoppter Amaranth ist leicht und luftig — ein Teelöffel für kleine, ein Esslöffel für große Hunde als Topping übers Nassfutter reicht. Bekommt dein Hund ein Alleinfutter, ist jede Beilage ein Extra: Dann bleibt Amaranth ein gelegentlicher Löffel, nicht die tägliche Ergänzung, sonst stimmt das Verhältnis der Nährstoffe nicht mehr.

Zubereitung: Kochen, Poppen, Mischen

Kochen: Die Körner in einem feinen Sieb gründlich unter fließendem Wasser spülen — das nimmt einen Teil der Saponine und der leichten Bitterkeit von der Schale. Dann ein Teil Amaranth mit drei Teilen Wasser aufkochen und bei kleiner Hitze 20 bis 25 Minuten zugedeckt quellen lassen, bis die Körner weich sind und leicht kleben. Kein Salz, keine Brühe, keine Gewürze. Abkühlen lassen — kalt wird Amaranth fester und lässt sich gut unters Fleisch mischen. Übrig gebliebener Amaranth hält im Kühlschrank zwei bis drei Tage und lässt sich portionsweise einfrieren — praktisch, wenn du nach dem Ratgeber Hundefutter selber kochen auf Vorrat arbeitest.

Poppen: Einen Esslöffel Körner in einen heißen, trockenen Topf mit Deckel geben und schwenken, bis sie aufspringen — das dauert Sekunden, und was nicht poppt, wird bitter. Gekauften gepoppten Amaranth prüfst du auf die Zutatenliste: nur Amaranth, kein Zucker, Honig oder Schokolade. Was nicht in den Napf gehört: rohe Körner, Amaranth-Müsli, Amaranth-Kekse oder Cracker mit Salz und Zucker, und Amaranthblätter aus dem Garten, die Oxalate und Nitrat enthalten. Wer Abwechslung will, wechselt zwischen Amaranth, Quinoa — ebenfalls ein Pseudogetreide mit Saponinen, das gründlich gespült werden muss — und Hirse, die etwas milder schmeckt und weniger klebt.

Risiken und Symptome

Gekochter Amaranth in passender Menge macht bei gesunden Hunden keine Probleme. Was schiefgehen kann, hat fast immer mit der Zubereitung oder der Menge zu tun. Rohe Körner sind hart, quellen im Magen und werden kaum verdaut — ein Hund, der die Packung leert, bekommt Bauchgrummeln, Blähungen und Durchfall, gelegentlich Erbrechen, und die Körner tauchen am nächsten Tag unverändert im Kot auf. Die Saponine auf der Schale reizen zusätzlich den Magen; gründliches Spülen und Kochen reduziert sie so weit, dass sie keine Rolle mehr spielen. Und zu viel gekochter Amaranth auf einmal führt wie jede neue Kohlenhydratquelle zu weichem Kot — deshalb der langsame Einstieg.

  • Übergewicht und Diabetes: Amaranth ist eine Stärkequelle mit rund 100 Kilokalorien je 100 g gekocht. Bei dicken Hunden und bei Diabetikern zählt jede Kohlenhydratportion; hier nur nach Rücksprache und in der Ration eingerechnet.
  • Nierenerkrankungen: Amaranth bringt vergleichsweise viel Phosphor und Magnesium mit — bei einer Niereninsuffizienz sprichst du Beilagen mit der Tierärztin oder dem Tierarzt ab.
  • Empfindlicher Magen: gut ausgespült, weich gekocht, kleine Portionen; bei anhaltendem Durchfall auf Reis ausweichen.
  • Allergie: sehr selten beschrieben, aber wie bei jedem neuen Lebensmittel möglich — Juckreiz oder Durchfall nach den ersten Mahlzeiten sind ein Grund zum Absetzen.

Hat dein Hund eine Tüte rohen Amaranth erwischt, stellst du Wasser bereit und lässt die nächste Mahlzeit klein ausfallen. Hält der Durchfall länger als einen Tag an, kommt Erbrechen dazu oder wirkt dein Hund apathisch, rufst du in der Praxis an.

Für Welpen und Senioren

Welpen bekommen im ersten halben Jahr am besten ein ausgewogenes Welpenfutter, weil das Verhältnis von Kalzium, Phosphor und Energie im Wachstum stimmen muss und Beilagen es durcheinanderbringen. Danach darf gekochter Amaranth in kleinen Mengen dazu — ein Teelöffel für einen Maltipoo-Welpen, ein Esslöffel für einen jungen Standard-Goldendoodle —, gut weich gekocht und untergemischt. Wer die Ration selbst kocht, lässt den Plan für die Wachstumsphase von einer Ernährungsberaterin oder einem Tierarzt rechnen.

Senioren profitieren von Amaranth, wenn er weich gekocht ist: Das Korn liefert Eiweiß und Mineralstoffe in einer leicht verdaulichen Form, klebt nicht an den Zähnen und lässt sich mit Fleisch und Gemüse zu einer weichen Mahlzeit anrühren, die auch ein älterer Labradoodle mit wenigen Zähnen gern frisst. Bei einem Senior mit Nierenschwäche oder Übergewicht rechnest du die Beilage mit dem Tierarzt in die Ration ein, statt sie einfach dazuzugeben — Kohlenhydrate sind im Alter schnell zu viel, wenn die Bewegung nachlässt. Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch.

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Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keinen Tierarztbesuch. Bei konkretem Verdacht oder akuten Symptomen bitte direkt eine Tierarztpraxis oder einen Tierklinik-Notdienst kontaktieren.

Amaranth für Hunde: häufige Fragen

Ist Amaranth für Hunde gesund?

Ja, gekocht oder gepoppt und ungesüßt. Amaranth ist ein glutenfreies Pseudogetreide mit rund 14 g Eiweiß, 7,6 mg Eisen und 159 mg Kalzium je 100 g roher Körner; gekocht liefert es noch etwa 4 g Eiweiß und 2 mg Eisen je 100 g. Hunde verdauen die gekochte Stärke gut und brauchen als Erwachsene keine Kohlenhydrate zwingend — Amaranth ist deshalb eine gute, aber keine notwendige Beilage. Roh gehört es nicht in den Napf.

Wie viel Amaranth darf mein Hund bekommen?

Als Richtwert ein bis zwei Esslöffel gekochter Amaranth für einen 5-kg-Hund, drei bis vier für 15 kg und fünf bis acht für 30 kg — als Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit, nicht zusätzlich zum vollen Alleinfutter. Gepoppt reicht ein Teelöffel bis ein Esslöffel als Topping. Beim ersten Mal gibst du die Hälfte und prüfst am nächsten Tag den Kot.

Dürfen Hunde rohen Amaranth essen?

Nein. Die harten Körner werden roh kaum verdaut, quellen im Magen und lösen Blähungen und Durchfall aus; sie tauchen unverändert im Kot wieder auf. Auf der Schale sitzen zudem Saponine, die den Magen reizen. Gründlich spülen und 20 bis 25 Minuten in der dreifachen Menge Wasser kochen löst beide Probleme. Alternativ eignet sich gepoppter Amaranth ohne Zucker.

Ist Amaranth besser als Reis oder Quinoa für Hunde?

Amaranth liefert mehr Eiweiß, Eisen und Kalzium als Reis und ist wie Quinoa und Hirse glutenfrei. Quinoa hat ähnliche Werte, muss aber ebenso gründlich gespült werden; Hirse ist milder und klebt weniger. Reis bleibt bei Durchfall die schonendste Wahl. Für gesunde Hunde ist der Wechsel zwischen den Beilagen sinnvoller als die Frage nach der einen besten.

Über den Autor

Thorsten Stöckmann — Betreiber von Doodlewelt, Labradoodle-Halter (Laika, seit 2025). Kein Tierarzt: sorgfältig nach tierärztlichen Fachquellen recherchiert, ersetzt keine Diagnose. Mehr über Doodlewelt

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