Bedingt: Hunde dürfen Sesam essen, aber nur in kleinen Mengen und am besten gemahlen oder als Tahin ohne Salz — ganze Samen rutschen fast unverdaut durch den Darm. Ein Viertel bis ein Teelöffel je nach Gewicht, zwei- bis dreimal pro Woche übers Futter, ist ein vernünftiger Richtwert. Sesam ist nicht giftig, aber fettreich; bei Übergewicht, Pankreatitis oder Nierenproblemen lässt du ihn weg. Gesalzene Sesamriegel, Sesamkringel und gewürztes Tahin gehören nicht in den Napf.
Sesam sind die winzigen Samen einer alten Ölpflanze, die es geschält (weiß) und ungeschält (beige bis schwarz) gibt. Sie bestehen zu etwa der Hälfte aus Fett, vor allem ungesättigten Fettsäuren mit viel Omega-6, dazu rund ein Fünftel Eiweiß, Ballaststoffe, B-Vitamine und Mineralstoffe. Bekannt ist Sesam für seinen hohen Kalziumgehalt, wobei ein Großteil davon in der Schale steckt und durch Oxalat und Phytat gebunden ist, sodass der Darm nur einen Teil davon aufnimmt. Für den Hund heißt das: Sesam ist ein kalorienreicher Samen, dessen Nährstoffe in einem ausgewogenen Futter ohnehin enthalten sind. Die ASPCA führt Sesam nicht als giftig; die Einstufung „neutral“ ergibt sich daraus, dass er nicht schadet, aber auch keinen Nutzen bringt, den ein Hund brauchen würde — und dass die üblichen Sesam-Produkte aus der Küche meist gesalzen, gezuckert oder gewürzt sind.
Die Mengen unten sind Richtwerte für gesunde, erwachsene Hunde und gelten für gemahlenen Sesam oder reines Tahin. Ein gestrichener Teelöffel Sesam wiegt etwa drei Gramm und liefert rund 17 Kilokalorien — für einen kleinen Hund schon ein spürbarer Snack. Es gibt keine tiermedizinische Dosis; die Tabelle orientiert sich am Fettgehalt und an der Zehn-Prozent-Regel, nach der alles außer dem Hauptfutter höchstens ein Zehntel der täglichen Kalorien ausmachen soll.
| Hundegewicht | Menge pro Portion (gemahlen oder Tahin) | Häufigkeit |
|---|---|---|
| 5 kg | ¼ Teelöffel (ca. 1 g) | 2–3-mal pro Woche |
| 15 kg | ½ Teelöffel (ca. 1,5–2 g) | 2–3-mal pro Woche |
| 30 kg | 1 Teelöffel (ca. 3 g) | 2–3-mal pro Woche |
Beginne mit der Hälfte und schau dir am nächsten Tag den Kot an. Ganze, ungemahlene Samen kannst du in derselben Menge geben, sie bringen aber kaum etwas außer kleinen weißen Punkten im Kot. Wenn dein Hund die Samen vom Burgerbrötchen deines Kindes aufgeleckt hat, ist das kein Grund zur Sorge — die paar Körner sind weit unter jeder relevanten Menge.
Die Samen haben eine feste Hülle, die der Hundedarm nicht aufschließt — deshalb mahlen: eine Portion in der Kaffeemühle, im Mörser oder einem kleinen Mixer zerkleinern, dann übers Nass- oder Trockenfutter streuen und unterrühren. Gemahlener Sesam wird schnell ranzig, weil das Fett mit der Luft reagiert; mahle nur, was du innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchst, und lagere den Rest im verschlossenen Glas, ganze Samen kühl und dunkel. Kurz in der trockenen Pfanne geröstet schmeckt Sesam intensiver und wird etwas bekömmlicher; auch dann ohne Salz und Öl, und danach mahlen.
Tahin (Sesammus) ist die praktischste Form: reines Tahin besteht nur aus gemahlenem Sesam, ist streichfähig und lässt sich wie Erdnussbutter in einen Kong füllen oder in Leckerlis einbacken. Achte auf die Zutatenliste — nur „Sesam“, kein Salz, kein Zucker, kein Öl, keine Gewürze. Hummus zählt nicht dazu: Er enthält Knoblauch, Zitrone und Salz. Sesamöl ist für Hunde nicht giftig, aber ein reines Fett mit viel Omega-6 und ohne Vorteil; ein paar Tropfen schaden nicht, ein Teelöffel ist für einen kleinen Hund schon zu viel, und wer Fettsäuren ergänzen möchte, greift zu Fischöl. Als ballaststoffreiche Alternativen mit besserem Fettsäureprofil eignen sich frisch geschrotete Leinsamen oder eingeweichte Chia-Samen. Was im Regal bleibt: Sesamkringel, Sesamriegel, Halva, Sesamkräcker, Brötchen mit Sesam und alles aus der asiatischen Küche mit Sojasauce und Sesam.
In den Tabellenmengen ist Sesam für gesunde Hunde unproblematisch. Bei zu viel reagiert zuerst der Darm: weicher Kot, Durchfall, Blähungen, gelegentlich Erbrechen, meist innerhalb eines Tages. Ein Hund, der einen ganzen Beutel erwischt, bekommt vor allem einen üppigen Fettschub — bei empfindlichen Hunden und solchen mit Vorgeschichte kann das eine Pankreatitis auslösen: anhaltendes Erbrechen, gekrümmter Rücken, Bauchschmerzen, Apathie. Das ist ein Fall für den Tierarzt, nicht fürs Abwarten.
Weglassen solltest du Sesam bei Übergewicht (zu kalorienreich für den Nutzen), bei Hunden mit Pankreatitis oder erhöhten Blutfettwerten, bei Nierenerkrankungen wegen Phosphor und Kalzium, bei Hunden, die zu Kalziumoxalat-Harnsteinen neigen, weil Sesam Oxalat enthält, und bei bekannter Allergie gegen Samen oder Nüsse. Eine echte Sesamallergie ist beim Hund selten beschrieben, aber möglich: Juckreiz, Pfotenlecken, Ohrentzündungen oder Durchfall nach der Gabe sind ein Grund, ihn zu streichen. Gesalzene Sesamprodukte sind das größere Alltagsrisiko — ein Sesamkringel oder eine Handvoll Sesamkräcker vom Tisch bringen für einen kleinen Hund zu viel Salz und Fett auf einmal. Bei Trinkgier, Erbrechen oder Zittern nach so einem Fund rufst du den Tierarzt an.
Welpen brauchen keinen Sesam. Ihr Welpenfutter ist auf Kalzium und Phosphor abgestimmt, und beim Knochenwachstum großer Doodles ist ein zusätzliches, unkontrolliertes Kalzium-Plus eher schädlich als hilfreich — auch wenn es aus Sesam nur wenig ist. Dazu kommt der empfindliche Welpendarm, der auf Fett schnell mit Durchfall reagiert. Warte mit Sesam, bis dein Hund ausgewachsen ist, und dann bleibt es bei der Tabelle.
Senioren dürfen ein wenig Tahin als Leckerli-Basis bekommen, wenn sie schlank und gesund sind — ein Klecks im Kong beschäftigt einen ruhigen alten Labradoodle eine Weile. Bei älteren Hunden sind aber Nierenwerte, Bauchspeicheldrüse und Gewicht häufiger ein Thema, und ein Senior, der wenig läuft, hat die zusätzlichen Kalorien schnell auf den Rippen. Bekommt dein Hund Nierendiät, Schmerzmittel oder hat er Harnsteine gehabt, lässt du Sesam weg und fragst beim nächsten Besuch, welche Snacks noch passen. Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch.
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Wichtiger Hinweis
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Nein, Sesam ist für Hunde nicht giftig; die ASPCA führt ihn nicht als bedenklich. Er ist aber fettreich und wird als ganzer Samen kaum verdaut, deshalb nur gemahlen oder als reines Tahin und in kleinen Mengen. Gesalzene oder gezuckerte Sesamprodukte wie Kringel, Riegel und Halva sind das eigentliche Problem — sie bleiben im Regal.
Als Richtwert ein Viertel Teelöffel gemahlener Sesam oder Tahin für einen 5-kg-Hund, ein halber Teelöffel bei 15 kg und ein Teelöffel bei 30 kg, zwei- bis dreimal pro Woche übers Futter. Beginne mit der Hälfte und beobachte den Kot. Ein paar Samen vom Brötchen sind unbedenklich; eine ganze Tüte kann Durchfall oder eine Pankreatitis auslösen.
Ja, wenn es reines Sesammus ohne Salz, Zucker, Öl und Gewürze ist — die Zutatenliste sollte nur „Sesam“ nennen. Tahin ist die bekömmlichste Form, weil der Sesam bereits gemahlen ist, und lässt sich wie Erdnussbutter in einen Kong füllen. Hummus ist keine Alternative, weil er Knoblauch, Zitrone und Salz enthält. Menge wie beim gemahlenen Sesam.
Nicht giftig, aber auch nicht sinnvoll: Sesamöl ist reines Fett mit viel Omega-6 und bringt dem Hund keinen Vorteil. Ein paar Tropfen schaden nicht, ein Teelöffel ist für einen kleinen Hund schon zu viel und kann Durchfall auslösen. Wer Fettsäuren ergänzen möchte, ist mit Fischöl oder frisch geschroteten Leinsamen besser bedient.
Über den Autor
Thorsten Stöckmann — Betreiber von Doodlewelt, Labradoodle-Halter (Laika, seit 2025). Kein Tierarzt: sorgfältig nach tierärztlichen Fachquellen recherchiert, ersetzt keine Diagnose. Mehr über Doodlewelt
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